SUV-Besitzer

Warum sie einen fahren, wissen sie nicht. Sie sind nie in der Wüste unterwegs, nie auf Berghängen oder sonst wo abseits befestigter Straßen, noch nicht mal auf Feldwegen. Aber die Nachbarn haben auch alle einen, und der Kontostand gibt es her, ja, zwingt förmlich zum Kauf. Und so irren sie auf der Suche nach Parkraum herum in diesen protzigen Karren, diesen Schaut-her-ich-bin-zwar-nicht-amerikanischer-Präsident-geworden-aber-für-ein-Präsidentenbegleitfahrzeug-hat-es-allemal-gereicht-Schüsseln, haben Mühe auf ihren fahrenden Hochsitzen den Überblick zu bewahren, besonders in Bezug auf Kleinstlebewesen wie Fußgänger oder Radfahrer.

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Wie Ozeanriesen, die des nachts ohne Steuermann unterwegs sind, und bei denen dann am nächsten Tag plötzlich der Mast eines Segelboots an der Schiffsschraube klebt, durchpflügen sie den öffentlichen Raum. Sie verballern Benzin und blasen Abgase in die Luft, als gäb‘s kein morgen mehr. Und das mit Vorliebe, während sie vor Kitas oder Schulen auf den Nachwuchs warten, wo sie sich bei laufendem Motor um die Zukunft eben dieses Nachwuchses sorgen.

 

Sie nerven alle anderen und merken es nicht, wie Pferdebremsen in der Badebucht.

Im Jahr 1346 katapultierte die Goldene Horde Pestkranke über die Mauern der belagerten Hafenstadt Kaffa. Heute würde sie SUV-Fahrer nehmen.

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